In Edinburgh begann ein neues Leben für ihn. Er wurde dort herzlich aufgenommen und wohnte zusammen mit seinem ehemaligen Freund aus Mauchline, John Richmond. Burns Reputation ging ihm voraus und er wurde gefeiert. James, Earl of Glencairn, wurde sein Patron, Jane, Duchess of Gordon, verehrte ihn und seine Werke. In mehreren Magazinen und Zeitschriften wurden seine Werke veröffentlicht. Seiner Werke wurden von immer mehr Leuten gelesen und sein Freundeskreis wuchs merklich. Im Januar 1787 wurde er als „Caledonia's Bard“ gebranntmarkt. Allerdings spürte er schon jetzt die große Bürde der Berühmtheit und ahnte, dass auf seinen kometenhaften Aufstieg auch ein ebenso rascher Fall kommen könnte.

Burns hatte ein zwigespaltenes Verhältnis zu der Unterstützung, die ihm die Intellektuellen Edinburghs anboten. Obwohl er die Unterstützung willkommen hieß, wollte er doch letztlich sein eigener Herr bleiben. Er fühlte sich unsicher in Edinburgh und war nicht wirklich glücklich. Burns fand Erleichterung von der Heizofenatmosphäre in Edinburgh, als er eine Reihe von Reisen unternahm, wo er seine Leidenschaft, das Liedersammeln, vorantrieb und sein Bewusstein für die schottische Geschichte erhöhte. Im Mai 1787 verließ er Edinburgh zusammen mit seinem Freund Robert Ainslie und besuchte die vielen  Abteistädte in den Borders (Kelso, Roxburgh, Jedburgh, Dryburgh und Melrose). Als sie die Grenze zu England überquerten, soll Burns den schottischen Boden geküsst haben. Die Reise ging immer weiter südlich über Alnwick, Gretna Green und Carlisle. In Dumfries erhielt er einen Brief von May (Peggy) Cameron, einem Dienstmädchen aus Edinburgh, indem sie ihm mitteilte, dass sie von ihm ein Kind erwarte. Er schickte ihr Geld, allerdings hatte sie wohl eine Fehlgeburt.

Burns kehrte für kurze Zeit nach Ayrshire, in seine alte Heimat, zurück und besuchte Mossgiel. Jeans Familie hieß ihn herzlich willkommen und er durfte sich wieder mit Jean treffen. Seine Reise ging dann jedoch weiter. Er machte von Glasgow aus einen kleinen Abstecher in die West Highlands und nach einer kleinen Pause in Edinburgh reiste er nochmals in die Highlands, wo er das historische Schottland kennenlernte und das neue industrialisierte Schottland. Diese vielen Reisen brachten eine reiche Ausbeute an Liedern – sowohl eigene komponierte, als auch gesammelte. Der Pathos des jakobitischen Schicksals ließ Burns zum mitfühlenden Anhänger der Stuarts werden. Als Nationalist kaum verwunderlich.

Im Herbst 1787 hatte Burns seine nächste Affaire. Er begegnete Mrs. Agnes (Nancy) McLehose, einer Mutter von drei Kindern, deren Ehemann sich seit einigen Jahren auf Jamaika versteckte. Nach einer schweren Knieverletzung, als er von einer Kutsche fiel, trafen sie sich erstmals im Januar 1788 wieder. Über vierzehn Wochen lang hatten sie eine Affaire, die lediglich über Briefe stattfand. Sie gaben sich die Pseudonymen „Sylvander“ und „Clarinda“. Jedoch war diese Affaire rein platonisch, da sie starke religiöse und soziale Skrupel deswegen hatte. Allerdings bekam deren Magd, Jenny Clow, einen Sohn von Burns – Robert Burns – , der ein erfolgreicher Kaufmann wurde. Jenny Clow jedoch verstarb 1792 an Tuberkulose. 1791 trennten sich „Clarinda“ und „Sylvander“, weil sie zu ihrem Mann zurückkehrte, wohl allerdings nicht für lange, wie sich später herausstellte.

Liebesgedichte